Bei der Drittel-Regel und dem goldener Schnitt handelt sich um sehr ähnliche Methoden der Bildgestaltung, die dazu dienen:
Flächen spannungsfrei aufzuteilen
oder dem Betrachter einen naturgemäß ruhenden Punkt anzubieten.
In der Fotoliteratur werden beide Methoden häufig gleichgestellt, obwohl es deutliche Unterschiede gibt.
In der Praxis erweist sich die Anwendung der Drittel-Regel deswegen als hilfreich, da sie leicht umzusetzen ist. Dabei wird das Bild durch gedachte Linien in neun gleich große Segmente aufgeteilt. Häufig kann bei Digitalkameras ein entsprechendes Raster im Ansichtsmodus aktiviert werden.
Der Goldene Schnitt ist ein bestimmtes Verhältnis zweier Zahlen oder Größen: Zwei Strecken stehen im Verhältnis des Goldenen Schnittes, wenn sich die größere zur kleineren Strecke verhält wie die Summe aus beiden zur größeren (der Wert beträgt etwa 1,618).
Viele Künstler sahen im goldenen Schnitt die "richtige" oder auch "göttliche" Proportion. Bewusst oder auch intuitiv setzten sie ihn ein, um Personen auf der Bildfläche zu arrangieren oder um Details zu betonen.
Leonardo da Vinci, der nicht zuletzt als Mathematiker berühmt wurde, arbeitete mit ausgeklügelten Bildkompositionen, in denen u. a. der goldene Schnitt zur Anwendung kam. Die Proportionen des "goldenen Schnitts" finden sich vielfältig in der Architektur aber auch in der Landschaftsfotografie wieder.
Tipp: Das Hauptmotiv sollte an den Schnittpunkten oder entlang der gedachten Linien platziert werden. Flächen können horizontal oder vertikal entlang der Linien aufgeteilt werden.
Wahl des Bildformates
Die wenigsten Kameras weisen ein Bildformat im Seitenverhältnis 1:1 auf. Daher muss man sich vor der Aufnahme entscheiden, ob die Aufnahme im Hoch- oder Querformat erfolgen soll.
Das Bildformat wirkt sich natürlich erheblich auf die Bildgestaltung aus. Insofern ist es häufig eine Frage des Motivs und der beabsichtigten Wirkung, ob das Hoch- oder Querformat benutzt wird.
Insbesondere bei Landschaftsaufnahmen wird häufig das Querformat eingesetzt, auch weil uns das natürlicher erscheint.
Der Grund liegt im Sehwinkel des menschlichen Auges, der in der Horizontalen (ca. 210°) deutlich größer ist als das Sehfeld nach oben (ca. 65°) und unten (ca. 75°). Das Kino und das TV-Format zeigen, dass es durchaus möglich ist sich auf ein Format zu beschränken.
Neben den stilistischen Einflüssen muss man sich auch immer fragen, wie das Bild später präsentiert werden soll. In einer Urlaubsbildershow, egal ob am Fernseher, mittels Beamer oder Projektor, kann ein häufiger Wechsel zwischen Hoch- und Querformat schnell lästig werden.
Tipp: Hier kann man sein fotografisches Talent weiterentwickeln. Entweder ein Motiv im Hoch- und Querformat gestalten und ablichten oder einmal tageweise im Hoch- und dann im Querformat ablichten.
Steuerung der Belichtung
In der Fotografie gibt es im Wesentlichen drei Parameter, mit denen die Belichtung eines Bildes gesteuert wird:
die Belichtungszeit,
die Blende und
der ISO-Wert.
Als Belichtungszeit wird der Zeitraum bezeichnet, in dem der Sensor oder der Film dem Licht bei der Aufnahme ausgesetzt wird. Mit Hilfe der Blende kann die Lichtmenge, die durch das Objektiv einfällt, gesteuert werden.
Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit der Kamera. Dieser Wert wurde in der analogen Fotografie mit dem verwendeten Filmmaterial festgelegt. In der digitalen Fotografie kann der ISO-Wert bei jedem Bild variiert werden. Allerdings muss man hierbei die Vor- und Nachteile von hohen bzw. niedrigen ISO-Werten abwägen.
Die Tabelle unten zeigt die Einstellungsparameter der Belichtung in geordneter Reihenfolge. Dabei führt jeder Schritt von links nach rechts zu einer Erhöhung der Lichtmenge.
Bei jedem Schritt in einer dieser drei Datenreihen kommt es zu einer Halbierung bzw. Verdopplung des Lichteinfalls.
Beispiel: Die Belichtungswerte der Einstellung [1/250 s – f/8 – ISO 400] ist identisch mit der Einstellung [1/60 s – f/8 – ISO 100].